Meppen: Der Städtische Musikverein Meppen blickt in diesem Jahr auf 80 Jahre Chorarbeit zurück. Was heute selbstverständlich wirkt – regelmäßige Konzerte, ein festes Repertoire großer Chorwerke, ein treues Publikum – begann unter denkbar einfachen Bedingungen. Bereits im Januar 1946, wenige Monate nach Kriegsende, gründete Heinz Schäfer-Sandhage den Chor. Rund einhundert Sängerinnen und Sänger kamen damals zusammen, oft mit geliehenen oder sogar handgeschriebenen Noten. Musik war knapp, der Wille zum gemeinsamen Singen umso größer.
Von Anfang an stand die Arbeit an großen geistlichen und weltlichen Chorwerken im Mittelpunkt. Oratorien, Messen, Requien, Passionen, Opern und Operetten prägten das Profil des Vereins über Jahrzehnte hinweg. Diese Werke verlangten musikalische Disziplin, Ausdauer und ein hohes Maß an Engagement – Eigenschaften, die den Chor bis heute kennzeichnen. Der Musikverein wurde damit zu einer festen Größe im kulturellen Leben Meppens und weit darüber hinaus. In mehr als 150 Konzerten trat der Städtische Musikverein vornehmlich im Emsland und in der Grafschaft Bentheim, aber auch in Berlin, Köln, Norderney und in den Niederlanden auf.
Heute engagieren sich rund 50 Sängerinnen und Sänger im Städtischen Musikverein. Die Zahl ist kleiner als in den Anfangsjahren, der Anspruch jedoch unverändert hoch. Seit August 2019 steht der Chor unter der künstlerischen Leitung von Lubertus Leutscher, dem renommierten Dirigenten des Veenkoloniaal Symfonie Orkest (VKSO) aus der niederländischen Provinz Groningen. Leutscher bringt nicht nur umfangreiche Erfahrung aus der Orchester- und Chorarbeit mit, sondern legt großen Wert auf grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Diese Haltung prägt auch die Arbeit mit dem Meppener Chor.
Ein sichtbares Zeichen dafür ist das Jubiläumskonzert, bei dem der Städtische Musikverein Meppen erneut gemeinsam mit dem VKSO auftritt. Das Konzert am Sonntag, 12. April 2026, um 17 Uhr im Theater Meppen ist bewusst als musikalischer Rückblick angelegt – eine Art „Best of“ aus acht Jahrzehnten Chorarbeit.
Das Programm spannt einen weiten Bogen durch die Chorliteratur: von Schuberts Deutscher Messe („Wohin soll ich mich wenden“) über Haydns Die Schöpfung („Vollendet ist das große Werk“) bis hin zu Mendelssohns Oratorien Elias und Paulus. Mozart ist gleich mehrfach vertreten, unter anderem mit dem innigen „Laudate Dominum“ aus den Vesperae solennes de confessore und dem jubelnden Gloria aus der Krönungsmesse. Mit Brahms’ Ein deutsches Requiem, Faurés Requiem und Händels berühmtem „Halleluja“ aus dem Messias finden sich Werke im Programm, die über Generationen hinweg zum Kernrepertoire des Chores gehörten. Ergänzt wird dies durch Stücke des 20. und 21. Jahrhunderts, etwa von Ariel Ramírez’ Zeitgenossen Gómez oder Karl Jenkins, die zeigen, dass der Blick des Vereins stets auch nach vorn gerichtet war.
80 Jahre Städtischer Musikverein Meppen – das ist keine nostalgische Rückschau, sondern das Ergebnis kontinuierlicher Arbeit, getragen von vielen ehrenamtlich Engagierten, wechselnden musikalischen Leitungen und einer verlässlichen Gemeinschaft von Sängerinnen und Sängern. Das Jubiläumskonzert macht hörbar, was diesen Chor auszeichnet: die Pflege großer Werke, die Freude am gemeinsamen Musizieren und die Überzeugung, dass Chormusik auch nach acht Jahrzehnten nichts von ihrer Bedeutung verloren hat.
Tickets für das Konzert sind bei der Geschäftsstelle der Theatergemeinde Meppen (Kirchstraße 1a), bei der Tourist Information Meppen (Markt 4), bei allen weiteren Vorverkaufsstellen sowie online unter www.theater-meppen.deerhältlich.
Weitere Informationen erhalten Sie telefonisch unter 05931 153378 oder per E-Mail an info@theater-meppen.de.
(PM)
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(02.03.26)