Sögel: Das Hümmling Hospital Sögel hat einen Antrag auf Ausweitung der Geriatrie sowie der Unfallchirurgie/Endoprothetik gestellt und wird in diesem Zuge die Abteilung für Geburtshilfe und Gynäkologie zum 31.03.2026 schließen. Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi hält diesen Schritt für richtig, auch wenn er die Schließung der Geburtshilfe bedauert. Aufgrund der niedrigen Geburtenzahlen, der fehlenden Kinderklinik in Sögel sowie der steigenden Strukturanforderungen aus der Krankenhausreform sei dieser Schritt jedoch absehbar gewesen.
Ansgar Veer, Hauptgeschäftsführer der St. Bonifatius Hospitalgesellschaft, unterstreicht:
„Wir haben auf die Signale aus Berlin frühzeitig reagiert. Ein längerer, intensiver Abstimmungsprozess zwischen den Vertretern des Niedersächsischen Sozialministeriums, den Landtagsabgeordneten aus der Region, dem Landkreis Emsland, den Krankenkassen, den beteiligten Ärztinnen und Ärzten sowie der Mitarbeitervertretung hat zu einer Lösung geführt, die im Ergebnis zur Sicherung des Standortes Sögel beiträgt. Gleichwohl ist es bedauerlich, nachdem wir so lange für den Erhalt der Geburtshilfe in Sögel gekämpft haben, sie jetzt aufgeben zu müssen.“
Dr. Andreas Philippi, niedersächsischer Gesundheitsminister, erklärt:
„Wir unterstützen die Umgestaltung des Sögeler Krankenhauses ausdrücklich und haben den Investitionsantrag über 53 Millionen Euro zum Transformationsfonds 2026 angemeldet. Die Krankenhäuser in Meppen, Papenburg und Lingen werden die Versorgung der Frauen und Schwangeren sicherstellen und einen nahtlosen Übergang ermöglichen, da sie über eine angeschlossene Kinderklinik und entsprechende Kapazitäten verfügen.“
Ambulante Versorgung bleibt erhalten
Die Emsländische Frauenarztpraxis am Krankenhaus Sögel bleibt bestehen und ist von der Schließung nicht betroffen. Dort sowie an weiteren Standorten werden Frauen weiterhin ambulant gynäkologisch und während der Schwangerschaft – in Kooperation mit den emsländischen Krankenhäusern – versorgt.
Drs. Ben van der Weide, Sprecher der Emsländischen Frauenarztpraxis sowie der Chefärzte der Gynäkologie und Geburtshilfe des Hümmling Hospitals, betont:
„Es ist für uns ein schmerzlicher Schritt. Nicht nur aufgrund der sinkenden Geburtenzahlen und der wachsenden Anforderungen seitens Gesetz- und Regelgebung ist es zunehmend schwieriger geworden, ärztlichen Nachwuchs und Hebammen zu finden. Ohne eine direkt angeschlossene Pädiatrie ist eine stationäre Geburtshilfe perspektivisch kaum denkbar. Zudem fordert das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz, dass gynäkologische Behandlungen verstärkt ambulant durchgeführt werden und der Anteil stationärer Aufenthalte weiter sinkt. Diesen Realitäten mussten wir uns stellen und haben gemeinsam verantwortungsvoll nach guten Lösungen gesucht, die wir im Verbund der emsländischen Krankenhäuser gefunden haben.“
Ausbau von Orthopädie und Geriatrie
Ansgar Veer erklärt:
„Wir wissen um die große Bedeutung des Hümmling Hospitals als Sicherstellungs-haus für die Region. Die Entscheidungen sind uns nicht leichtgefallen. Dennoch haben wir uns bewusst für die Transformation entschieden. Ich bin dankbar für die regionale politische Unterstützung sowie die konstruktive Zusammenarbeit mit Herrn Minister Dr. Philippi und seinem Team in Hannover.“
Für das Hümmling Hospital ist die Umwidmung der Planbetten der Gynäkologie und Geburtshilfe beantragt. Die Abteilung für Orthopädie/Alterstraumatologie soll acht zusätzliche Betten erhalten. Die Innere Medizin mit der Geriatrie und der geriatrischen Frührehabilitation soll um weitere zehn Betten erweitert werden.
Die Ärzteteams werden jeweils um einen weiteren Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie beziehungsweise einen zusätzlichen Arzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Geriatrie verstärkt. Das Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung am Standort Sögel wurde kürzlich rezertifiziert. Es erfüllt damit die künftig vorgeschriebenen Anforderungen für spezielle orthopädische Leistungsgruppen und ist organisatorisch, personell sowie qualitativ und quantitativ auf die gesetzlichen Vorgaben vorbereitet. Auch die Neubauplanungen berücksichtigen die baulichen und sachlichen Anforderungen an eine leistungsstarke Orthopädie und Geriatrie.
Veer betont:
„Damit ist das Hümmling Hospital zukunftsweisend für die Behandlung von Menschen mit degenerativen und altersbedingten Erkrankungen gut aufgestellt. Diese Angebote werden angesichts einer stetig wachsenden älteren Bevölkerung weiter an Bedeutung gewinnen.“
Patientinnen und Mitarbeitende im Blick
Thomas Kock, stellvertretender Geschäftsführer des Hümmling Hospitals, erklärt:
„Die Entscheidungen sind zeitlich so vorbereitet, dass wir sie zum Monatsende umsetzen können. Schwangere und gynäkologische Patientinnen, die derzeit im Hümmling Hospital Sögel betreut werden, erhalten eine individuelle Beratung und Unterstützung bei der weiteren Planung. Alle Mitarbeitenden des Hauses wurden heute über die bevorstehenden Änderungen informiert. Die verbliebenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe erhalten Weiterbeschäftigungsangebote im Hümmling Hospital oder in anderen Kliniken des Verbundes der St. Bonifatius Hospitalgesellschaft. Niemand muss sich um seinen Arbeitsplatz sorgen.“
(PM)
(Symbolbild)
(02.03.26)