Meppen: Ein harmloses Foto, eine Nachricht in den sozialen Medien oder ein neuer Online-Kontakt – was für Kinder und Jugendliche zum Alltag gehört, birgt oft Risiken, die auf den ersten Blick nicht erkennbar sind. Doch wie können Eltern Gefahren frühzeitig erkennen? Und wie gelingt es, Kinder sicher durch die digitale Welt zu begleiten?
Diesen Fragen widmeten sich zwei Veranstaltungen der Vortragsreihe „Hinschauen, Verstehen, Schützen – Prävention für Familien“, die sich mit den Chancen und Herausforderungen digitaler Medien auseinandersetzten.
Die hohe Beteiligung und das große Interesse der Eltern machten deutlich, wie präsent Themen wie Mediennutzung, Cybermobbing und digitale Sicherheit im Familienalltag sind. Organisiert wurden die Veranstaltungen vom Landkreis Emsland und der Stadt Lingen (Ems), die um die Bedeutung von Aufklärung und Prävention wissen.
Als zentrale Botschaft zog sich durch beide Veranstaltungen, dass technische Lösungen allein nicht ausreichen. Entscheidend seien Vertrauen, Gespräche und ein ehrliches Interesse am digitalen Alltag von Kindern und Jugendlichen.
„Wer hinschaut, nachfragt und im Gespräch bleibt, schafft die Grundlage dafür, Risiken frühzeitig zu erkennen und gemeinsam Lösungen zu finden“, sagt der zuständige Erste Kreisrat Martin Gerenkamp.
Im Mittelpunkt stand zunächst das Thema Mobbing und Cybermobbing. Die Referenten Hiltrud Frese von der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim und Dr. Dirk Themann von der Beratungsstelle LOGO des Kinderschutzbundes Lingen verdeutlichten, dass Ausgrenzung und Anfeindungen längst nicht mehr nur auf dem Schulhof stattfinden.
Beleidigungen, Gerüchte oder gezielte Bloßstellungen verbreiten sich heute oft rund um die Uhr über Messenger-Dienste und soziale Netzwerke. Für Eltern ist es dabei nicht immer leicht zu erkennen, wann aus einem Konflikt ernsthafte Belastungen für ihr Kind werden. Die Veranstaltung zeigte auf, welche Warnsignale beachtet werden sollten und wie Eltern ihre Kinder unterstützen können, ohne vorschnell zu reagieren oder zusätzlichen Druck aufzubauen.
Wie schnell persönliche Informationen im Internet sichtbar werden können, verdeutlichte ein weiterer Vortrag zur digitalen Sicherheit von Cybersecurity-Experte Sascha Bolmer. Anhand anschaulicher Beispiele wurde gezeigt, welche Spuren Nutzerinnen und Nutzer täglich im Netz hinterlassen und wie diese Informationen von Dritten genutzt werden können.
Die Teilnehmenden erhielten einen eindrucksvollen Einblick in die Methoden, mit denen Daten gesammelt, Profile erstellt und Zugänge kompromittiert werden können. Gleichzeitig wurde deutlich, dass bereits einfache Maßnahmen einen wirksamen Beitrag zum Schutz der eigenen Daten leisten können.
Sichere Passwörter, zusätzliche Schutzmechanismen bei der Anmeldung und ein bewusster Umgang mit persönlichen Informationen gehören dabei zu den wichtigsten Grundlagen digitaler Sicherheit.
(Foto: Landkreis Emsland)
(PM)
(08.06.26)